Geschichte
1346 gründeten sechs Städte, darunter Bautzen und Görlitz, den Oberlausitzer Sechsstädtebund, der zur wirtschaftlichen und politischen Festigung der Region beitrug. Die Begriffe Oberlausitz und Niederlausitz etablierten sich im 15. Jahrhundert zunehmend als geografische und kulturelle Unterscheidung.
In der Neuzeit war die Lausitz mehrfach Objekt territorialer Neuordnungen. Nach der Reformation wurde die Niederlausitz zu einem der wenigen protestantisch dominierten Gebiete im katholischen Herrschaftsbereich Böhmens. Im Dreißigjährigen Krieg wurden beide Lausitzen 1635 durch den Prager Frieden an Kursachsen übertragen. Nach dem Wiener Kongress 1815 musste Sachsen die Niederlausitz und Teile der Oberlausitz an Preußen abtreten – eine Neuordnung, die bis ins 20. Jahrhundert hinein politische und kulturelle Auswirkungen hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 fiel der östliche Teil der Lausitz an Polen, während der Westen zur DDR gehörte. Heute liegt die Lausitz auf deutschem Gebiet in Brandenburg und Sachsen, bleibt aber grenzüberschreitend durch Sprache und Kultur verbunden.
Ein zentrales Kapitel der neueren Geschichte ist der Braunkohletagebau. Bereits im 18. Jahrhundert wurde Kohle in der Lausitz entdeckt, doch erst ab dem späten 19. Jahrhundert setzte der industrielle Abbau ein. Mit dem steigenden Energiebedarf gewann Braunkohle rasant an Bedeutung. In der DDR entwickelte sich die Lausitz zum wichtigsten Energielieferanten. Großtagebaue wie Welzow-Süd, Nochten oder Jänschwalde veränderten die Landschaft massiv – über 130 Ortschaften wurden abgebaggert, zehntausende Menschen umgesiedelt. Der Tagebau beeinflusste Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft gleichermaßen. Um 1990 lag die jährliche Fördermenge bei rund 200 Millionen Tonnen.
Nach der Wiedervereinigung begann der strukturelle Rückbau der Kohlewirtschaft. Viele Tagebaue wurden geschlossen, renaturiert und geflutet. So entsteht bis heute das Lausitzer Seenland, ein neuer Lebens- und Wirtschaftsraum. Ein bedeutender Impuls für diese landschaftliche und kulturelle Transformation war die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land (2000–2010), die mit innovativen Projekten zur Nachnutzung ehemaliger Tagebauflächen neue Perspektiven für Tourismus, Industriekultur und Regionalentwicklung eröffnete. Mit dem politisch beschlossenen Kohleausstieg bis spätestens 2038 steht die Region erneut vor einem tiefgreifenden Wandel – weg vom fossilen Energieträger, hin zu nachhaltigen Wirtschaftszweigen. Trotz dieser Umbrüche blieb die Lausitz ein Zentrum der sorbischen Kultur. Zweisprachigkeit, regionale Identität und eine einzigartige Landschaft vom Tagebau und Seen prägen das Bild der Region bis heute.
Die Lausitz ist damit ein historisch gewachsener Raum, in dem sich die Spuren von Migration, Herrschaft, Industrialisierung und Strukturwandel auf einzigartige Weise überlagern – eine Region im stetigen Wandel mit starkemkulturellen Hintergrund.
Quellen:
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/304328/region-im-wandel/
die Lausitz
Naturräume
Die Naturräume der Lausitz zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Vielfalt aus. Im Norden prägen das glazial bestimmte nordostdeutsche Tiefland und weitläufige Wald- und Seenlandschaften das Bild, darunter der berühmte Spreewald mit seinen einzigartigen Flussverzweigungen und das Lausitzer Becken- und Heideland. Daran schließt sich südlich ein lössbedecktes Tief- und Hügelland an, das sogenannte Lössgürtel, mit fruchtbaren Böden und landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen. Im Süden erhebt sich das Mittelgebirge mit dem Lausitzer Bergland und dem Zittauer Gebirge, deren höchste Erhebung, die Lausche, 793 Meter erreicht. Charakteristisch ist zudem der Lausitzer Grenzwall, ein markanter Höhenzug, der das Jungmoränenland im Norden vom Altmoränenland trennt. Durch den jahrzehntelangen Braunkohleabbau entstand im Zentrum der Region das Lausitzer Seenland, eine neue Wasserlandschaft mit zahlreichen rekultivierten Tagebauseen. Die Lausitz beherbergt zudem bedeutende Schutzgebiete wie das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald, die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und mehrere Naturparks, die eine reiche Flora und Fauna bewahren. Das Klima variiert stark: Während die Niederlausitz zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands zählt, ist die Oberlausitz deutlich feuchter und waldreicher.
Quellen:
https://www.rpv-oberlausitz-niederschlesien.de/planungsregion/naturraeume.html
https://www.region-lausitz-spreewald.de/de/region/natur-und-landschaft.html
https://www.lausitzer-museenland.de/service/geschichte-der-lausitz/
https://nfgol.de/sites/default/files/pdf/bd15_02_bastian_westlausitz.pdf_web.pdf
https://diercke.de/content/naturräumliche-gliederung-978-3-14-100760-2-6-2-0
Die Wirtschaft in der Lausitz - Industrieregion im Wandel
Die Lausitz gehört zu den traditionsreichsten Industrieregionen Deutschlands. Jahrzehntelang prägten Energieversorgung, Kraftwerksbetriebe und vor allem der Braunkohleabbau die Industriegeschichte. Heute vollzieht sich hier einer der größten wirtschaftlichen Transformationsprozesse in Deutschland mit dem Ziel, aus der traditionellen Industrieregion ein modernes Zentrum für Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit zu entwickeln. Der Strukturwandel ist in vollem Gange. Viele Unternehmen richten sich neu aus, bestehende Industrien modernisieren ihre Prozesse, und neue Branchen siedeln sich an. Gerade in der Energieindustrie zeigt sich der Wandel besonders deutlich.
Neue Energie für die Wirtschaft
Mit dem Kohleausstieg hat in der Lausitz eine neue Ära der Energieversorgung begonnen. Auf den einstigen Tagebauflächen entstehen heute moderne Solar- und Windparks, die saubere Energie für die Zukunft liefern. Parallel dazu entstehen zukunftsweisende Wasserstoffprojekte wie der „Hydrogen Park“ in Guben und das Power-to-X-Labor in Cottbus, die alternativen Energieformen nutzbar machen und weiterentwickeln. Damit wird die Region Schritt für Schritt zu einem zentralen Schauplatz für die praktische Erprobung und Umsetzung klimaneutraler Energieversorgung.
Der Maschinen- und Anlagenbau spielt in der Lausitz weiterhin eine wichtige Rolle. Viele mittelständische Betriebe mit technischem Know-how liefern ihre Produkte an Kunden in ganz Europa und entwickeln Lösungen für die Energieversorgung, Umwelt und Industrie. Besonders im Raum Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg ist diese Industrie stark vertreten und sichert zahlreiche Arbeitsplätze.
Neben der Industrie gewinnt auch der Tourismus an Bedeutung. Ein gutes Beispiel dafür ist das Lausitzer Seenland, eine der größten künstlich geschaffenen Wasserlandschaften Europas. Wo einst Bagger tiefe Krater in die Erde gruben, liegen heute schimmernde Seen, sanfte Uferlandschaften und moderne Freizeitareale. Die neu entstandene Seenlandschaft rund um ehemalige Tagebaue zieht jährlich Tausende Besucher an. Radwege, Naturparks, Wellnessangebote und kulturelle Highlights wie die Fürst-Pückler-Parks oder das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald machen die Lausitz zu einem beliebten Reiseziel für Erholung und Aktivurlaub mit wachsender wirtschaftlicher Relevanz für Gastronomie, Hotellerie und Freizeitwirtschaft.
Tourismus als Wirtschaftfaktor
Der Maschinen- und Anlagenbau spielt in der Lausitz weiterhin eine wichtige Rolle. Viele mittelständische Betriebe mit technischem Know-how liefern ihre Produkte an Kunden in ganz Europa und entwickeln Lösungen für die Energieversorgung, Umwelt und Industrie. Besonders im Raum Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg ist diese Industrie stark vertreten und sichert zahlreiche Arbeitsplätze.
Ein besonders dynamisches Wachstum erfährt derzeit die Bahn- und Verkehrstechnik. Mit dem Bau eines ICE-Instandhaltungswerks der Deutschen Bahn in Cottbus entstehen mehrere neuer Industriearbeitsplätze. Dieses Großprojekt bringt viele neue, zukunftssichere Arbeitsplätze in die Region und zieht gleichzeitig Zulieferer, Dienstleister und Bildungseinrichtungen an, die sich auf die Bahntechnik spezialisieren. Damit positioniert sich die Lausitz als starker Standort im Bereich moderner Mobilität.
Maschinenbau mit Zukunft
Der Maschinen- und Anlagenbau spielt in der Lausitz weiterhin eine wichtige Rolle. Viele mittelständische Betriebe mit technischem Know-how liefern ihre Produkte an Kunden in ganz Europa und entwickeln Lösungen für die Energieversorgung, Umwelt und Industrie. Besonders im Raum Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg ist diese Industrie stark vertreten und sichert zahlreiche Arbeitsplätze.
Ein besonders dynamisches Wachstum erfährt derzeit die Bahn- und Verkehrstechnik. Mit dem Bau eines ICE-Instandhaltungswerks der Deutschen Bahn in Cottbus entstehen mehrere neuer Industriearbeitsplätze. Dieses Großprojekt bringt viele neue, zukunftssichere Arbeitsplätze in die Region und zieht gleichzeitig Zulieferer, Dienstleister und Bildungseinrichtungen an, die sich auf die Bahntechnik spezialisieren. Damit positioniert sich die Lausitz als starker Standort im Bereich moderner Mobilität.
Auch die chemische Industrie befindet sich im Wandel. In Schwarzheide und Guben werden nachhaltigen Verfahren entwickelt, etwa zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe, Kunststoffrecycling und nachhaltigen Grundstoffen. Gleichzeitig bleibt die Region ein verlässlicher Standort für die Kunststoff- und Polymerverarbeitung, wo zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen tätig sind.
Maschinenbau mit Zukunft
Wissenschaftliche Einrichtungen wie die BTU Cottbus-Senftenberg, das Fraunhofer IEG oder das entstehende DLR-Institut sorgen für praxisnahe Forschung. Der Lausitz Science Park bündelt Innovationskraft, und Projekte wie Wasserstoffspeicher, Leichtbau oder digitale Fertigung entstehen direkt im Schulterschluss mit der Industrie.
Die geografische Lage im Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien macht die Lausitz zu einem attraktiven Logistikstandort. Moderne Industrie- und Gewerbeparks mit guter Anbindung an Autobahnen und das Schienennetz bieten Raum für neue Ansiedlungen und internationale Kooperationen.
Die Lausitz zeigt, wie Transformation gelingen kann. Durch den gezielten Umbau der Industrie, neue Energiekonzepte, internationale Vernetzung und das Zusammenspiel von Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus entsteht eine Region mit klarer Zukunftsperspektive. Für Investoren, Fachkräfte und Besucher bietet sie Raum für Ideen, Entwicklung und Lebensqualität.
Quellen:
https://www.lausitz-invest.de/vorteile-fuer-ihre-investition/branchen-kompetenzen/metallindustrie
https://lausitz.de/de/wirtschaft/standort-mit-profil
https://lausitz-tourismus.de/industrie-in-der-lausitz/
https://mwaek.brandenburg.de/de/zukunft-der-lausitz
https://lausitz-strukturwandel.de
https://www.lausitznews.de/artikel/die-lausitz-und-ihre-wirtschaft-probleme-und-chancen/hagn7xs9t9
Forschung trifft Industrie
Die Lausitz ist eine Region, die sich sowohl über Deutschland als auch Polen erstreckt. Der Name „Lausitz“ stammt aus dem Sorbischen „łuža“, was so viel wie „sumpfige, feuchte Wiesen“ bedeutet.
Das Gebiet umfasst den Süden Brandenburgs, den Osten Sachsens und Teile der polnischen Woiwodschaften Niederschlesien und Lebus. Geografisch wird unterschieden zwischen der Niederlausitz im Norden und der Oberlausitz im Süden.
Der Spreewald ist heute nördlichster Abschnitt der Niederlausitz, welche ursprünglich bis zum Berliner Müggelsee erstreckte.
Ebenfalls zur Lausitz gehört der deutsche Teil des Lausitzer Gebirge, welcher auch als Zittauer Gebirge bekannt ist. Der tschechische Teil gehört hingegen nicht dazu.
Die Grenze zwischen dem deutschen und dem polnischen Teil der Region bildet heute die Lausitzer Neiße.
Lage und Geografie
In Sachsen umfasst die Oberlausitz den Landkreis Görlitz sowie den größten Teil des Landkreises Bautzen. Einzige Ausnahme ist die Stadt Lauta, die als Niederlausitzer Ortschaft in Sachsen liegt. Der südliche Teil des Landkreises Oberspreewald-Lausitz gehört zur brandenburgischen Oberlausitz. Auf polnischer Seite gehören die Landkreise Zgorzelec und Lubań in der Woiwodschaft Niederschlesien und Teile der Gemeinde Przewóz im Landkreis Żary zur Oberlausitz.
Die Grenze zwischen der Oberlausitz und der Niederlausitz verläuft nahezu entlang einer Linie von Hoyerswerda nach Weißwasser und folgt dann dem Verlauf der Schwarzen Elster. Die westliche Grenze der Oberlausitz wird durch die Bundesautobahn 13 zwischen Ruhland und Dresden markiert, während die östliche Grenze entlang des Flusses Queis in Polen verläuft.
Die Oberlausitz erstreckt sich vom Oberlausitzer Heideland nördlich von Kamenz, Bautzen und Görlitz, über das Oberlausitzer Gefilde und das Oberlausitzer Bergland bis hin zum Lausitzer Gebirge mit dem Zittauer Gebirge und dem Jeschkengebirge.
Die Oberlausitz
Die Niederlausitz
Zur Niederlausitz in Brandenburg zählen der überwiegende Teil des Landkreises Oberspreewald-Lausitz (mit Ausnahme von zwei Gemeinden im äußersten Südwesten) sowie der Landkreis Spree-Neiße. Auch Teile der Landkreise Elbe-Elster, Dahme-Spreewald und Oder-Spree gehören zur Niederlausitz, sowie wie die kreisfreie Stadt Cottbus.
In Polen zählen der Landkreis Żary und Teile der Landkreise Żagań und Krosno in der Woiwodschaft Lebus zählen zur Niederlausitz.
Im Nordwesten wird die Niederlausitz durch den Höhenzug Fläming begrenzt, im Westen verläuft die Grenze entlang der Schwarzen Elster und im Osten erstreckt sich das Gebiet bis nach Polen. Dort bildet der Fluss Biber die Grenze des Gebiets. Der nördlichste Punkt der Niederlausitz ist Eisenhüttenstadt.
Das Landschaftsbild der Niederlausitz unterscheidet sich deutlich von dem der Oberlausitz. Die NIederlausitz ist in größten Teilen ein Tiefland, das ursprünglich von weiten Mooren, Bruchwäldern sowie Buchen- und Eichenwäldern bedeckt war. Im 19. Jahrhundert wurden vermehrt Kiefernwälder angepflanzt.
Quellen:
Städte in der Oberlausitz Einwohnerzahl (geschätzt)
Bautzen (Verwaltungszentrum) 39000
Görlitz (größte Stadt) 55000
Zittau 26000
Löbau 14000
Hoyerswerda 36000
Weißwasser 16000
Kamenz 14000
Ebersbach-Neugersdorf 11000
Niesky 9000
Pulsnitz 7000
Sohland an der Spree 6000
Oderwitz 5000
Ostritz 2500
Neusalza-Spremberg 3500
Herrnhut 6000
Großschönau 5500
Cunewalde 3500
Schirgiswalde-Kirschau 6500
Neukirch/Lausitz 3500
Bernstadt a. d. Eigen 3800
Wilthen 5000
Städte in der Niederlausitz Einwohnerzahl (geschätzt)
Beeskow 8000
Calau 7500
Cottbus (größte Stadt) 95000
Eisenhüttenstadt 24500
Finsterwalde 15500
Forst 17000
Großräschen 8500
Groß Schacksdorf-Simmersdorf 700
Guben 16000
Jämlitz-Klein Düben 450
Jänschwalde 1600
Lauchhammer 14000
Luckau 9500
Märkische Heide 3500
Massen-Niederlausitz 2000
Rückersdorf 5000
Schipkau 6500
Schönborn 1500
Schwarzheide 5500
Senftenberg 23500
Spremberg 21000
Teichland 1000
Quellen:
https://ostsachsen.de/oberlausitz/sehenswerte-orte-doerfer-staedte/
https://www.deutsche-staedte.de/niederlausitz/staedte.php?start=1#alphatop
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Städte_in_der_Lausitz
Städte
Die Lausitz, eine historische Region im Osten Deutschlands und Westen Polens, ist kulturell und demografisch geprägt durch ihre vielfältige Geschichte und die besondere Präsenz der sorbischen Minderheit.
Die Lausitz ist eine kulturell vielfältige Region, in der besonders die Sorben als westslawische Minderheit eine bedeutende Rolle spielen. Dieses Bevölerungsgruppe lebt überwiegend in der Ober- und Niederlausitz und pflegt eine eigene Sprache, die in zwei Dialekte unterteilt ist: Obersorbisch im Raum Bautzen und Niedersorbisch im Raum Cottbus. Trotz jahrhundertelanger Einflüsse und der Assimilation durch die deutsche Mehrheitsbevölkerung bewahren die Sorben bis heute ihre Sprache, Bräuche und Traditionen. Dies zeigt sich unter anderem an zweisprachigen Ortsschildern, sorbischen Schulen, kulturellen Institutionen und einem reichen Angebot an Folklore, Trachten und regionaltypischer Küche.
Historisch betrachtet ist die Lausitz durch eine wechselhafte Bevölkerungsstruktur geprägt. Nach der Völkerwanderungszeit vermischten sich germanische Stämme wie die Hermunduren mit neu zugewanderten slawischen Gruppen, den Sorben. Ab dem 12. Jahrhundert kam es durch die Ansiedlung deutscher Siedler zu einer weiteren ethnischen Durchmischung, die bis heute das Siedlungsbild prägt. Die Gebirgsgebiete sind überwiegend deutschsprachig, während das flache Land traditionell stärker sorbisch geprägt ist.
Darüber hinaus ist die Lausitz durch ihre Geschichte als Grenzregion und durch den kulturellen Austausch mit Polen geprägt. Ein Teil der Lausitz gehört seit 1945 zu Polen, wo das kulturelle Erbe der Sorben zwar weniger präsent ist, aber zunehmend Beachtung findet. Die sorbische Kultur fungiert somit auch als Brücke zwischen Deutschland und Polen und unterstreicht die multinationale Identität der Region.
Bevölkerung der Lausitz
Heiko Zahn / Adobe Stock - Originaltitel: Bautzen am Abend
traveldia / Adobe Stock - Originaltitel: Marktbrunnen am Altmarkt und St.Nikolai, Cottbus
Die Lausitz hat in den letzten Jahrzehnten einen tiefgreifenden demografischen Wandel erlebt. Während die Region früher durch den Braunkohlebergbau eine wirtschaftliche Dynamik und damit einhergehend Bevölkerungszuwächse verzeichnete, führte die nach der Wiedervereinigung einsetzende Deindustrialisierung zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang. Besonders betroffen davon ist die jüngere Generation: Viele junge Menschen verlassen die Lausitz auf der Suche nach besseren Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in größere Städte. Dies hat zu einer Überalterung der Bevölkerung geführt.
Das Durchschnittsalter der Bewohner liegt heute bei etwa 48,7 Jahren und ist damit deutlich höher als der bundesweite Durchschnitt von 44,6 Jahren. Der Anteil der über 65-Jährigen macht in einigen Landkreisen bis zu 30 Prozent der Bevölkerung aus, während gleichzeitig der Anteil junger Menschen zwischen 15 und 29 Jahren mit teilweise unter 10 Prozent deutlich geringer ist als im Bundesdurchschnitt. Diese Verschiebung der Altersstruktur stellt die Region vor große soziale und wirtschaftliche Herausforderungen, da sie auch die Zukunftsfähigkeit des Arbeitsmarktes und die Versorgung älterer Menschen betrifft.
Seit Mitte der 2010er Jahre gibt es allerdings einen Wandel im Wanderungssaldo: Die Lausitz verzeichnet wieder mehr Zuzüge als Fortzüge. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Zuwanderung von Geflüchteten aus verschiedenen Ländern sowie von Menschen, die aufgrund des steigenden Stadtlebensdrucks eine Wohnmöglichkeit im ländlicheren Raum suchen. Trotz dieses positiven Trends reicht der Zuzug jedoch nicht aus, um die demografischen Verluste vollständig auszugleichen. Die meisten ländlich geprägten Landkreise verlieren weiterhin Einwohner, während nur Gebiete am Berliner Rand, etwa der Landkreis Dahme-Spreewald, leichtes Bevölkerungswachstum verzeichnen.
Insgesamt hat die Lausitz seit dem Jahr 2000 etwa 15 bis 20 Prozent ihrer Bevölkerung eingebüßt, und Prognosen gehen davon aus, dass der Rückgang bis 2030 weitergehen wird. Insbesondere die Abwanderung junger und gut ausgebildeter Fachkräfte ist ein großes Problem für die langfristige Entwicklung der Region. Um dem entgegenzuwirken, sind Strategien zur Stärkung der Infrastruktur, zur Förderung von Bildung und Wirtschaft sowie zur Integration von Zuzüglern notwendig.
Quellen:
https://lausitz-strukturwandel.de/
http://www.cottbus-chronik.de/detail/demografie
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/304341/verwaistes-erbe/
https://www.lausitzer-museenland.de/service/geschichte-der-lausitz/
Demografische Entwicklung
H&C / Adobe Stock - Originaltitel: Lausitzer Seenland
Bereits in der Bronzezeit war die Lausitz sporadisch besiedelt. Während der Völkerwanderungszeit zogen germanische Stämme wie die Hermunduren durch das Gebiet, ehe sie westwärts abwanderten. Ab dem 6. Jahrhundert ließen sich westslawische Stämme nieder, darunter die Lusitzi in der Niederlausitz und die Milzener in der Oberlausitz. Sie errichteten Siedlungen und Burgen und prägten die Region nachhaltig. Im Zuge der Ostexpansion des Frankenreichs unter Heinrich I. wurde die Region 932 militärisch unterworfen. Trotz dieser Kontrolle blieb die Lausitz lange kulturell slawisch geprägt.
Im Mittelalter wurde 965 die Mark Lausitz als Grenzregion des Heiligen Römischen Reichs gebildet. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Oberlausitz mehrmals zwischen deutschen, polnischen und böhmischen Herrschaften. Ab dem 12. Jahrhundert setzte sich eine deutsche Besiedlung durch, besonders in urbanen und wirtschaftlich relevanten Gebieten. 1158 wurde das Gebiet um Bautzen dauerhaft an Böhmen verlehnt – ein wichtiger Schritt für die spätere politische Stabilisierung.




