Hinter dem Dorf Lichterfeld erstreckt sich die F60 in seiner filigranen Stahlstruktur auf 502 Meter Länge. Der Maschine mit 80 Meter Höhe und 204 Meter Breite wird auch als „liegender Eiffelturm“ bezeichnet – eine Anspielung auf ihre monumentale Konstruktion. 

 

Sie ist eine der größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt. Gebaut wurde sie im Jahr 1991 von der TAKRAF GmbH. Auf Schienen wurde sie auf ganzer Breite durch die Grube des Tagebaus bewegt. Auf der einen Seite wird die Landschaft auf einer Höhe von bis zu 60 Metern abgetragen, dann über die Förderbänder auf die andere Seite der Grube transportiert, wo der Aushub wieder abgeschüttet wurde. So konnte in der Mitte der Grube die freigelegte Kohle abgebaut werden. Trotz ihrer aufwendigen Konstruktion war sie nur 13 Monate in Betrieb – ein kurzer, aber prägender Einsatz, bevor der Tagebau Klettwitz-Nord geschlossen wurde.

Vergangenheit – Der Einsatz der F60

Ein Denkmal der Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft

 

Die Förderbrücke F60 verkörpert den tiefgreifenden strukturellen Wandel, den die Lausitz in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen hat. Im 20. Jahrhundert war sie war sie Sinnbild für industriellen Fortschritt und wirtschaftliche Stärke im Braunkohletagebau. Heute steht sie für strukturellen und wirtschaftliches Umdenken und den achtsamen Umgang mit der Vergangenheit und der Tradition der Lausitz.

Wo einst Erdreich bewegt wurde, werden nun Menschen bewegt – durch Geschichte, Technik und einem Umdenken zu einer nachhaltigen Zukunft.

Gegenwart - Vom Tagebau zur Tourismusattraktion

Statt des Abrisses, der nicht mehr benötigten Förderbrücke wurde ihr im Rahmen der IBA eine neue Bedeutung verliehen. Seit 2002 ist die F60 Teil eines einzigartigen Besucherbergwerks, das jährlich tausende Interessierte anzieht. Für Schulklassen, Gruppen oder Einzelpersonen ist sie ein eindrucksvoller Lernort – vor allem die gewaltige Größe der Maschine hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

 

Hier verschmelzen Industriekultur, Technikgeschichte und Naturerlebnis zu einem besonderen Ausflugsziel. Im Rahmen geführter Touren – darunter auch spannende Nachtführungen – können Besucher die F60 besteigen und einen faszinierenden Blick über die umliegende Lausitzer Landschaft und den gefluteten ehemaligen Tagebau werfen, der heute als Bergheider See ein beliebtes Naherholungsgebiet ist.

Zukunft - Verstehen, Lernen, Umdenken

 

Die F60 ist nicht nur Sehenwürdigkeit, sondern auch Bildungsstätte. Ausstellungen, Führungen und besondere Veranstaltungen bieten Einblicke in die Geschichte und Tradition des Braunkohletagebaus. Es zeigt, wie stark der Bergbau das Leben vieler Familien in der Region geprägt hat und welches Selbstverständnis daraus entstanden ist. Gleichzeitig werden die Herausforderungen des Strukturwandels und die Chancen für eine nachhaltige Entwicklung der Region deutlich.

Die F60 ist ein wichtiger Teil der Umgestaltung der Lausitz: als Region im Wandel, die sich neu erfindet – mit erneuerbaren Energien, Tourismus und kulturellem Erbe im Zentrum. Sie erinnert an eine prägende Industrieepoche, zeigt die Dimension menschlicher Schaffenskraft und inspiriert zu einem neuen, bewussteren Umgang mit Landschaft und Ressourcen und Zukunftsgestaltung.

Besucherwerk F 60

standort

www.f60.de

Bergheider Straße 4

03238 Lichterfeld-Schacksdorf

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10:00 - 18:00 Uhr

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